Hier sammeln wir die bisher gestellten Fragen samt Antworten, soweit sie von allgemeinem Interesse erscheinen - natürlich anonymisiert. Wir hoffen auf rege Beteiligung !

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Lumbalgie und Ischialgie, Lumboischialgie Themenübersicht  


F Hallo, als erstes möchte ich ihnen ein großes Lob aus sprechen!!!! Ich habe ihren Bericht im Internet über Bandscheiben-Krankheit gelesen und kann mir jetzt vorstellen was nun mit meinen Bandscheibenvorfällen los ist. Nun meine Frage: Ich bin nun 33 Jahre alt und habe 2 Bandscheibenvorfälle seit 9/99 (L4/5, L5/S1). Ich habe Schmerzen in meinem rechten Bein, die bis in die Kniekehlen reichen. Diese Schmerzen habe ich nun in der 14. Woche und mein Orthopäde verschrieb mir eine Spritze unter CT und Zäpfchen (Diklosar 100). Nun bekomme ich in einer Woche die zweite Spritze. Ich habe nach der ersten Spritze kaum Linderung verspürt und ich frage mich ob ich den Arzt wechseln soll. Wie lange muss die Nervenwurzel gereizt sein bis der sogenannte Wurzeltod eintritt? Ist es normal das ohne besondere Behandlung der Schmerz 14 Wochen oder länger anhalten? Ich frage deshalb, weil ich von meinem jetzigen Arzt keine Antworten auf meine Fragen bekomme. Ich danke ihnen im Voraus.

A
14 Wochen Dauerschmerz unter sog. Therapieresistenz ist eigentlich zu lang. Auch ohne Ausfälle kann eine Therapieresistenz länger als 4-6 Wochen einen guten Grund zur Operation darstellen. Voraussetzung ist, daß Bildbefund und Schmerzen zusammenpassen, also der anzugehende Befund wirklich die Ursache ist. Wurzeltod ist, wenn neurologische Ausfälle bestehen und die Schmerzen aufhören. Das kann immer passieren.

Siehe das Bandscheiben-Buch auf unserer Homepage.


F Ich bin seit 2 Wochen mit der Diagnose "Lumbalgie rechts, Spondylolisthosis L5/S1" in ärztlicher Behandlung. Die Medikation mit Spritzen und Tabletten (Norgesic) spricht nicht an, die Beschwerden kommen immer wieder. KG aktiv/isometrisch, wurde 1x pro Woche verordnet. Könnten Sie mir weitere Behandlungsmethoden nennen?

A
Lumbalgien sind Kreuzschmerzen, also Schmerzen in der Mitte. Ihre Schmerzen rechts wären deshalb eher im Sinne einer Lumboischialgie (Kreuz-und Beinschmerz) oder Ischialgie (Beinschmerz) zu verstehen, wenn also eine Nervenwurzel unter Druck steht oder gereizt ist. Einseitig ausstrahlende Schmerzen sprechen nämlich eher für eine einseitige Vorwölbung / Vorfall einer Bandscheibe.
Wir sind grundsätzlich der Meinung, daß man nach etwa 3 Wochen, in denen sich unter konservativer Behandlung keinerlei Besserung zeigt, die anatomische Situation per Kernspintomographie klären sollte, da es z.B. Fälle von Bandscheibenvorfällen gibt, von denen man allein mit dem Bild sagen kann, daß
konservativ keine Besserung in akzeptabler Zeit erwartet werden kann und z.B. eine Operation eine Erleichterung und Zeitersparnis bringen könnte. Die Bilduntersuchung bringt eine bessere Einschätzungs- möglichkeit, ein Patient bleibt ja in seiner Entscheidung frei.

Siehe das Bandscheiben-Buch auf unserer Homepage.

Eine Spondylo-listhesis ("Wirbel-Gleiten") L5/S1 (5. Lendenwirbel über dem Kreuzbein) oder zwischen anderen Lendenwirbeln kann durch die entstehende Stufenbildung ebenfalls zu ausstrahlenden Kreuz-Bein-Schmerzen = Lumboischialgien führen, da hierbei die Nervenwurzel/n über der Wirbelstufe gedehnt oder in entstehenden Knochenanbauten und Gelenkverdickungen eingeengt werden. Dieses Wirbelgleiten kann angeboren sein und entsteht in diesem Fall durch angeborene Spaltbildungen (Spondylo-lyse), kann sich dann im Erwachsenenalter verschlimmern, oder es entsteht erst im Erwachsenenalter durch Bandscheibenerweichung und -abnutzung (Pseudospondylolisthesis). Im schlimmsten Fall einer hochgradigen Einengung des Wirbelkanales oder/und Instabilität (Über-Beweglichkeit) der beiden Wirbel muß eine Wirbelkanalentdachung (Laminektomie) oder/und Wirbelverschraubung (Stabilisation) durchgeführt werden.

Spinalstenose - Arthrose Themenübersicht  


F Meine ....., 80, leidet seit ca 8 Wochen unter heftigsten Schmerzen in der Beckengegend. Man hat ihr eine schwere Arthrose diagnostiziert; es wurde nach einem lumbalen CT folgende Diagnose getroffen: Pseudospondylolisthese LWK 3 über 4 mit rechtsbetonter Protrusio und absoluter Spinalstenose. Spinalstenose LWK 2/3. Linksbetonte Protrusio LWK 4/5.
Um ihr über die Schmerzsituation hinweg zu helfen, bekommt sie derzeit Schmerzhemmer direkt in das Schmerzzentrum gespritzt. Diese Spritzen helfen jedoch nur sporadisch, ein Restschmerz verbleibt. Ich überlege, ob ein minimalinvasiver Eingriff vielleicht ratsam wäre, um weitere Schmerzattacken zu verhindern. Der Arzt möchte abwarten.
Welches sind erfahrungsgemäss die Erfolgschancen bei einem chirurgischen Eingriff bei Spinalkanalverengung? Gibt es Alternativen? Kann ein endoskopischer Eingriff Lokalanästhesie erfolgen? Wird REHA benötigt?Wie lange dauert diese? Welches sind die erfahrendsten Ärzte in Deutschland, die diese OP routinemäßig ausführen?
Meine .... hat einen guten Allgemeinzustand, leidet allerdings unter Asthma und nimmt ständig cortisonhaltige Sprays.

A
Schmerzen in der Beckengegend und nicht in den Beinen bei gleichzeitiger schwerer (ich vermute Hüft-)Arthrose spricht für diese als Ursache der Schmerzen. Eine Lumbalstenose verursacht Schwäche, Taubheitsgefühl und Schmerzen in den Beinen, ggf. auch Lähmungen. Somit dürfte diese hier nicht die Symptome verursachen, also "asymptomatisch" sein. Ein Eingriff (Laminektomie = Entfernung des Bogens zur Kanalerweiterung) erübrigt sich also hier vermutlich.
Vermutlich besteht bei langjähriger Cortisonbehandlung auch eine Osteoporose (Knochenentkalkung). Größere Eingriffe an der Wirbelsäule verbieten sich von daher, da der Knochen sehr brüchig ist. Ohnehin muß hier per Röntgengeklärt werden, ob nicht bereits ein Knochenbruch an Hüfte oder Wirbel/n aufgetreten ist.
Endoskopisch ist allenfalls die Hemi(halbseitige)-Laminektomie machbar, darüberhinaus (hier sind es sogar 2 Höhen) ist nur die mikrochirurgische Methode wegen der Ausdehnung möglich. Aus letzterem Grund ist auch nur Vollnarkose sinnvoll.
Die Ergebnisse der Laminektomie bei nicht dermaßen komplizierter Situation (Pseudospondylolisthese = Wirbelgleiten, Asthma, etc.) sind recht gut bei großzügig durchgeführter Erweiterung des Kanales. Minimal-invasiv ist hier eher nicht angesagt.


Bandscheibenverschmälerung Themenübersicht  


F Ich habe folgendes Problem: Bin 57 jahre 189 groß und plage mich seit Jahrzehnten mit Rückenproblemen. Bei akuten Fällen die übliche Behandlung: Spritzen, Massagen, Fango, Neuraltherapie, Akupunktur und Osteopathie. Jetzt wurde bei einer Röntgenaufnahme festgestellt, daß die Bandscheibe zwischen Kreuzbein und 5. Lendenwirbel praktisch nicht mehr existiert. Die beiden Wirbel sind sich daher "sehr nahe" gekommen. Z.Zt. erhebliche Schmerzen, beim Sitzen und auch beim Liegen. Nach Diagnose des Orthopäden liegt kein Vorfall vor, nur gewaltige Verspannungen und Druck auf die beiden Wirbel. Therapie z.Zt. Spritzen, Osteopathie und Schlingentisch. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir einige Tips aus Ihrer Erfahrung geben könnten, denn meine Aussichten scheinen nicht so gut zu sein. Welche anderen Therapiemethoden sind noch möglich ?

A
Eine Röntgenaufnahme kann die Bandscheiben nicht abbilden. Auch bei erniedrigtem Zwischenwirbel- = Bandscheibenraum ist dennoch ein Vorfall möglich. Oft handelt es sich auch allein oder in Kombination mit einem Vorfall um Knochenverengungen, die durch dieses "Sintern" entstehen und Schmerzen verursachen, oder eine "Instabilität" durch Bandscheibenerweichung (Röntgen-Funktionsaufnahme)spielt eine Rolle. Wenn die konservative Therapie nicht weiterbringt, sollte man die Ursache bildlich exakt abklären, also per Kernspintomographie, und danach über eine gezieltere Behandlung entscheiden. Einen Neurochirurgen in Ihrer Nähe finden Sie evtl. unter www.neurochirurgie.com.

Schmerzen beidseits im Gehen Themenübersicht  


F Mein Vater, 79 Jahre, rüstig und sehr agil, hat seit etwa 2 Jahren Beschwerden folgender Art, die sich zunehmend verschlimmern: starke Schmerzen beim Gehen im linken Hüftgelenk, in den Oberschenkel strahlend, sowie im rechten Bein ein Kribbeln und Schmerzen im Knie. Behandlungen bei mehreren Ärzten sowie ein momentaner Krankenhausaufenthalt stellen keine Besserung in Aussicht.
Der letzte Röntgenbefund lautet: .......
Können Sie mir diesbezüglich einen Arzt in unserer Nähe nennen, der uns hier weiterhelfen kann ? Ist evtl die mikrochirurgische Operation eine Methode, die meinen Vater von seinen Leiden befreien kann? Wenn ja, welcher Arzt kann in unserer Gegend weiterhelfen ?
Ich denke dabei auch an die Kosten, die bisher schon aufgelaufen sind und keinen Erfolg brachte, zumal das Krankenhauspersonal, zu dieser Methode befragt, eine Empfehlung hierfür aussprachen, diese Methode aber leider bei Ihnen nicht praktiziert wird. Adressen konnten sie mir im Krankenhaus nicht nennen.

A
Die mikrochirurgische Methode wird von uns durchaus standardmäßig praktiziert, sowohl bei Bandscheibenvorfällen, für die die endoskopische Methode ungeeignet ist, als auch für Wirbelkanalverengungen. Eine solche scheint bei Ihrem Vater angesichts der Art der geschilderten Beschwerden und des Röntgenbefundes in Höhe L2/3 vorhanden zu sein. Gerade Ältere profitieren bei der reinen Wirbelkanalstenose durch eine klassische (mikrochirurgische minimal invasiv durchgeführte) Laminektomie (s.o. Spinalstenose - Arthrose). Eine Hüftgelenksarthrose, oft beidseits, sollte aber zunächst ausgeschlossen sein. Einen Neurochirurgen in Ihrer Nähe finden Sie evtl. unter www.neurochirurgie.com.

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